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FFU-report      
Ansätze und Erfahrungen mit Mengensteuerungssystemen in der Energie- und Umweltpolitik in den USA, den Niederlanden, Dänemark und Großbritannien
Mez, Lutz ;  Piening, Annette ;  Forschungsstelle für Umweltpolitik (FFU), Freie Universität Berlin

HaupttitelAnsätze und Erfahrungen mit Mengensteuerungssystemen in der Energie- und Umweltpolitik in den USA, den Niederlanden, Dänemark und Großbritannien
AutorMez, Lutz
AutorPiening, Annette
Institution/KörperschaftForschungsstelle für Umweltpolitik (FFU), Freie Universität Berlin
Seitenzahl36 S.
Schriftenreihe
FFU-report      
FFU-report ; [20]01-04
DDC320 Politik
ZusammenfassungDas Bundeskabinett hat am 26. Juli 2000 den vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz
und Reaktorsicherheit vorgelegten Zwischenbericht zum nationalen Klimaschutzprogramm
verabschiedet und seine Absicht bekundet, die Förderung der Stromerzeugung
in Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) gesetzlich zu regeln. Bis Ende
2000 will die Bundesregierung Eckpunkte einer Quotenregelung zum Ausbau der KWK
vorlegen. Ziel ist eine Minderung der CO2-Emissionen in einer Größenordnung von
10 Mio. Tonnen bis 2005 bzw. 23 Mio. Tonnen bis 2010. Das Gesetzgebungsverfahren
soll spätestens Mitte 2001 abgeschlossen werden. Derzeit sind Entwürfe in Vorbereitung,
die ein Fördermodell auf der Basis eines Zertifikatshandels aufbauen sollen. Damit
soll ein marktorientiertes Instrument zur Mengensteuerung in der Umweltpolitik aufgegriffen
werden, das aus einer intensiven akademischen Debatte hervorgegangen und in
jüngster Zeit bereits häufiger praktisch angewendet worden ist. International bestehende
Erfahrungen und zahlreiche detaillierte Entwürfe zu geplanten Modellen legen es nahe,
diese für die Gestaltung der rechtlichen und institutionellen Verankerung eines KWKZertifikatemodells
nutzbar zu machen. Aus ihnen lassen sich Rückschlüsse auf die Erfolgsbedingungen
eines funktionsfähigen Handelssystems ziehen, und wichtige Hinweise
auf Detailfragen der Gesetzesgestaltung und Implementation sowie die Rahmengestaltung
des Handelsmarktes ableiten.
Die Modelle des Zertifikatshandels finden in unterschiedlichen Politikfeldern Anwendung.
Sie betreffen u.a. die Regulierung klassischer Luftschadstoffe über Emissionsrechtehandel,
der mit großen Variationen auf regionaler und nationaler Ebene und am
ausgeprägtesten in den USA anzutreffen ist. Aber auch internationale Wirkungsbereiche
sind in der Diskussion: gegenwärtig wird u.a. von Großbritannien ein Zertifikatsystem
für Treibhausgasemissionen ausgearbeitet, das mittelfristig den Handel über die Grenzen
hinweg vorsieht. Grundlage dieser Systeme ist jeweils eine festgelegte Emissionsobergrenze,
über die hinaus keine Zertifikate in Umlauf gebracht werden. Funktion des
Zertifikatsmarktes ist jeweils die effizienteste Verteilung dieser Höchstmenge unter den
Emittenten (Höchstmengensteuerungsmodell oder engl. „cap and trade“).
Ein weiterer Anwendungsbereich ist der Stromsektor, wo sich aufgrund der Liberalisierung
der Märkte traditionelle Preissteuerungsansätze zur umweltpolitisch gewünschten
Förderung von emissionsarmen Erzeugungstechniken (oder zur Verwirklichung sozialpolitischer
Ziele) nicht mehr im gewohnten Umfang weiterführen oder durchsetzen lassen.
Deshalb sollen die notwendigen Zusatzkosten nicht mehr über feste Einspeisevergütungen
sondern durch handelbare Zertifikate, etwa für grünen oder KWK-Strom, gedeckt
werden. Indem Stromverbraucher oder Verteiler zum Erwerb einer festgesetzten
Anzahl an Zertifikaten verpflichtet werden, soll ein Mindestanteil der regulierten Energieträger
an der Stromerzeugung gesichert werden (Mindestmengensteuerung).

Die vorliegende Untersuchung beschränkt sich auf vier Zertifikathandelsmodelle: den
SO2-Emissionshandel in den USA,1 das Handelsmodell für Klimagasemissionen, das ab
April 2001 in Großbritannien beginnen soll1 sowie die Handelssysteme für grünen
Strom, die in den Niederlanden2 und Dänemark2 etabliert bzw. durch das Parlament
verabschiedet wurden. Die Darstellung gibt jeweils einen zusammenfassenden Überblick
über die Grundzüge der Modelle. In den sich anschließenden analytischen Teilen
werden einzelne Aspekte genauer beleuchtet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Frühphase
der Implementation, auf der Gestaltung des Zertifikatshandels sowie auf einer
Bewertung der ökonomischen Effizienz und ökologischen Treffsicherheit des Systems
insgesamt. Auf dieser Grundlage sollen in einem letzten Kapitel Kriterien für die Ausgestaltung
von Mengenssteuerungssystemen abgeleitet werden.
Dokumente
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Fachbereich/EinrichtungForschungszentrum für Umweltpolitik
Erscheinungsjahr2001
Dokumententyp/-SammlungenKarten
SpracheDeutsch
Rechte Nutzungsbedingungen
Erstellt am16.11.2010 - 17:53:10
Letzte Änderung23.01.2014 - 16:24:45
 
Statische URLhttp://edocs.fu-berlin.de/docs/receive/FUDOCS_document_000000007748
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