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FFU-report      
Nachhaltigkeitsstrategien als politische Langfriststrategien
Nordbeck, Ralf ;  Forschungsstelle für Umweltpolitik (FFU), Freie Universität Berlin

HaupttitelNachhaltigkeitsstrategien als politische Langfriststrategien
TitelzusatzInnovationswirkungen und Restriktionen
AutorNordbeck, Ralf
Institution/KörperschaftForschungsstelle für Umweltpolitik (FFU), Freie Universität Berlin
Seitenzahl39 S.
Schriftenreihe
FFU-report      
FFU-report ; [20]01-02
DDC320 Politik
ZusammenfassungIm Mittelpunkt der Ausführungen in diesem Kapitel steht die Frage, welchen Beitrag eine strategische
nationale Umweltplanung zu Innovationen und Pfadveränderungen in Richtung einer
nachhaltigen Entwicklung liefern kann. Eine am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung ausgerichtete
Umweltpolitik kann vor diesem Hintergrund als politische Langfriststrategie betrachtet
werden, „die auf langfristig ökologisch kritische Akkumulationseffekte ausgerichtet ist“ (Jänicke/
Jörgens/Koll 2000: 224). Eine strategische Umweltplanung zielt auf die Lösung der „schleichenden“
langfristigen Umweltprobleme, die gekennzeichnet sind durch eine geringe direkte
Wahrnehmbarkeit und fehlende technische Standardlösungen, und denen mit nachsorgenden
Maßnahmen nur unzureichend begegnet werden kann. Dabei gilt es, „stets die ökonomischen
und sozialen Implikationen umweltpolitischer Maßnahmen und damit alle drei Dimensionen der
nachhaltigen Entwicklung (zu) berücksichtigen“ (Schuster 2000: 154). Aus diesem Grund werden
im folgenden die Begriffe „Nationaler Umweltplan“ und „Nachhaltigkeitsstrategie“ weitgehend
synonym gebraucht.
Zentrales Element einer Strategie nachhaltiger Entwicklung ist die Formulierung langfristiger
Ziele und deren Operationalisierung in mittel- und kurzfristigen Handlungszielen (OECD 1995,
Jänicke 2000). „Anstatt wie bisher vage Ziele mit konkreten Instrumenten umzusetzen, versucht
die strategische Umweltplanung, konkrete und anspruchsvolle Ziele mit flexiblen Mitteln zu
erreichen“ (Jänicke/Jörgens/Koll 2000: 225). Neben einer verbesserten Überprüfbarkeit der Zielerreichung
und der Konkretisierung des umweltpolitischen Aufgabenpensums wird in der Literatur
die potentiell innovationsfördernde Wirkung dieses Ansatzes betont (Jänicke 2000, Fiorino
2000). Die Auffassung, dass Umweltinnovationen in den Mittelpunkt einer Nachhaltigkeitsstrategie
gehören, und „verbindliche Umweltziele die Entwicklung umweltfreundlicher, rohstoffeffizienter
Produkte, Verfahren und Dienstleistungen fördern“ (Hustedt 2000: 178), ist vielfach vertreten
worden. Der Innovationsbegriff wird hierbei vorrangig in Form des technikbezogenen
Konzeptes ökologischer Modernisierung gebraucht. Unter ökologischer Modernisierung wird
dabei das große Segment möglicher Umweltverbesserung durch technischen Fortschritt jenseits
von bloß nachgeschalteten Technologien verstanden (Jänicke 2001). Das Verhältnis von Umweltplanung
und technologischer Innovation besticht dabei vor allem durch die Komplexität der
Thematik und eine Vielzahl kontextueller Faktoren erschweren die Evaluation der Beziehung
(Fiorino 2000: 147). Als besonders relevant für die Innovationswirkungen von Nachhaltigkeitsstrategien
werden vor allem die umweltpolitischen Zielvorgaben und zusätzlich entstehenden
Dialogstrukturen und Informationsnetzwerke hervorgehoben (Fiorino 2000, Jänicke 1997).
In den weiteren Kapiteln sollen die internationalen Erfahrungen mit Nachhaltigkeitsstrategien
und ihren potentiellen Innovationswirkungen exemplarisch analysiert werden. Dazu wird im
nächsten Kapitel zunächst ein kurzer Überblick über die Entwicklung von nationalen Umweltplänen und Nachhaltigkeitsstrategien gegeben. In Kapitel 2.3 werden die politischen und wirtschaftlich-
technologischen Innovations- und Modernisierungspotentiale nationaler Umweltplanung
dargestellt. Die Kapitel 2.4 und 2.5 beschäftigen sich anschließend mit den Strukturen und
Prozessen nationaler Umweltplanung sowie den Zielstrukturen. In Kapitel 2.6 werden dann, anhand
der niederländischen Umweltpolitikpläne und der britischen Nachhaltigkeitsstrategien,
zwei internationale Fallbeispiele fortgeschrittener nationaler Umweltplanung eingehender auf
ihre Innovationswirkungen untersucht und die Ergebnisse in Kapitel 2.7 zusammengefasst. Das
Kapitel 2.8 beschreibt dann vor diesem Hintergrund den Stand der Entwicklung zur Nachhaltigkeitsstrategie
in Deutschland, unter besonderer Berücksichtigung des nationalen CO2-
Minderungsziels als gesonderte Form einer zielorientierten Langfriststrategie. Abschließend befasst
sich Kapitel 2.9 mit den Restriktionen, denen Wirkungsanalysen nationaler Umweltplanung
unterworfen sind.
Dokumente
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Fachbereich/EinrichtungForschungszentrum für Umweltpolitik
Erscheinungsjahr2001
Dokumententyp/-SammlungenKarten
SpracheDeutsch
Rechte Nutzungsbedingungen
Anmerkungen des AutorsDieser Beitrag entstand im Rahmen des BMBFSondierungsprojektes
„Politische Strategien für eine
nachhaltige Dynamik sozial-ökologischer Transformationen“
Erstellt am16.11.2010 - 17:45:08
Letzte Änderung23.01.2014 - 16:24:44
 
Statische URLhttp://edocs.fu-berlin.de/docs/receive/FUDOCS_document_000000007739
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