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FFU-report      
Innovationswirkungen branchenbezogener Regulierungsmuster am Beispiel energiesparender Kühlschränke in Dänemark
Jänicke, Martin ;  Mez, Lutz ;  Bechsgaard, Pernille ;  Klemmensen, Børge ;  Forschungsstelle für Umweltpolitik (FFU), Freie Universität Berlin

HaupttitelInnovationswirkungen branchenbezogener Regulierungsmuster am Beispiel energiesparender Kühlschränke in Dänemark
AutorJänicke, Martin
AutorMez, Lutz
AutorBechsgaard, Pernille
AutorKlemmensen, Børge
Institution/KörperschaftForschungsstelle für Umweltpolitik (FFU), Freie Universität Berlin
Seitenzahl32 S.
Schriftenreihe
FFU-report      
FFU-report ; [19]98-3
DDC330 Wirtschaft
600 Technik
ZusammenfassungDie Studie behandelt zum einen den Verkaufserfolg energiesparender Kühlschränke
der Klassen A, B und C in Dänemark zwischen 1994 und 1997, deren Anteil in den
drei Jahren von 42 auf etwa 90 Prozent stieg. Zum anderen wird die analoge Innovation
des führenden dänischen Kühlgeräte-Herstellers Gram untersucht, der unter anderem
einen Kompressor mit einem noch einmal um 40 Prozent verringerten Stromverbrauch
entwickelte. Die hier beschriebene Innovation könnte den Stromverbrauch von
Kühlschränken ohne Frostfach im Zehnjahresvergleich um den Faktor zehn senken.
Die naheliegende (Ausgangs-)Hypothese war, daß beide Vorgänge - Diffusion und
Innovation - auf die ab 1994 im Rahmen einer umfassenden ökologischen Steuerreform
erfolgte spürbare Erhöhung - und schrittweise Steigerung bis 1998 - der Energiesteuer
zurückzuführen sind. Im Ergebnis zeigt sich aber, daß für die Erklärung ein
breiter angelegter Ansatz erforderlich ist.
Als Minimum ist ein Mix unterschiedlicher Instrumente zur Erklärung heranzuziehen:
Für den Verkaufserfolg der Bestgeräte war die Energiesteuer - die mit einer CO2-
Abgabe gekoppelt ist - zwar die notwendige Bedingung. Aber ohne das weitere Instrument
der Verbrauchskennzeichnung der Geräte (1989, 1994 auch als EURichtlinie
beschlossen und 1995 für Kühlschränke in Kraft getreten) wäre die eingetretene
Wirkung kaum zu erwarten gewesen. Hinzu kam die Weiterbildung von Teilen
des Verkaufspersonals durch die Energiebehörde (1994) in Verbindung mit der Kennzeichnung.
Das den Verkaufserfolg zusätzlich erklärende Instrument waren nationale
wie regionale Energiesparkampagnen, unter Beteiligung der Energieversorgungsunternehmen
(1994 und 1995). Zu dieser Kampagne gehörte schließlich auch eine Verschrottungsprämie
(200 DKK) für alte, durch Bestgeräte ersetzte Kühlschränke
(1994). Als Hintergrundvariable muß das breite Umwelt- und Klimaschutzbewußtsein
der dänischen Bevölkerung gelten.
Bei der Innovation des dänischen Herstellers Gram spielte die staatliche FuEFörderung
eine wesentliche Rolle, die die Bildung von Innovationsnetzwerken implizierte.
Als Hintergrundbedingung ist auch hier die Energie-/CO2-Steuer von Bedeutung,
wobei sie von den Unternehmen nicht als entscheidend eingestuft wurde. Als
besonders wichtig angesehen wird die 1999 in Dänemark wirksam werdende
Höchstverbrauchs-Richtlinie der EU, die die bestehenden Bestgeräte zur Norm macht.
Neue Märkte waren folglich nur durch weitergehende Verbesserungen zu erschließen.
Zugleich mußte der Handel bemüht sein, ineffiziente Geräte frühzeitig aus Sortiment
und Lager zu nehmen.
Das Projekt hat auch methodische Resultate. Im Hinblick auf die Breite des wirksam
gewordenen Instrumentariums, die Bedeutung und Konfiguration der beteiligten Akteure und den kooperativen, zukunftsorientierten Politikstil der Regulierungsinstanz
erweist sich das weiter angelegte Konzept des "Regulierungsmusters" als heuristisch
sinnvoll. Gleiches gilt für den Bottom-up-Ansatz der Politikevaluation, der für die
Breite und Dynamik der Einflußfaktoren die notwendige Offenheit bietet.
Im untersuchten dänischen Fall folgt die Innovation der Diffusion. Beide wurden
durch einen wesentlich strategischen Ansatz von Umwelt und Klimaschutzpolitik bewirkt,
der sich durch eine entschlossene, aber ausgehandelte Zielbildung (CO2-
Reduktion, Energieeinsparung), eine gute technologiepolitische Infrastruktur und eine
intensive Vernetzung staatlicher und nichtstaatlicher Akteure auszeichnet. Besonders
zu betonen ist die Breite und Flexibilität des Instrumenteneinsatzes, der von indikativer
Langzeitplanung, über Energiesteuern, Subventionen und informationelle Instrumente
bis zu Effizienzstandards reicht.
Dokumente
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Fachbereich/EinrichtungForschungszentrum für Umweltpolitik
Erscheinungsjahr1998
Dokumententyp/-SammlungenKonferenzvortrag
SpracheDeutsch
Rechte Nutzungsbedingungen
Anmerkungen des AutorsTeilprojekt des Forschungsverbundes Innovative Auswirkungen umweltpolitischer Instrumente (FIU)
Erstellt am12.11.2010 - 14:32:43
Letzte Änderung02.09.2014 - 08:11:10
 
Statische URLhttp://edocs.fu-berlin.de/docs/receive/FUDOCS_document_000000007579
Zugriffsstatistik
 

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