Objekt-Metadaten

FFU-report      
Ökologische und wirtschaftliche Aspekte einer Energiebesteuerung im internationalen Vergleich
Jänicke, Martin ;  Mez, Lutz ;  Wanke, Andreas ;  Binder, Manfred ;  Forschungsstelle für Umweltpolitik (FFU), Freie Universität Berlin

HaupttitelÖkologische und wirtschaftliche Aspekte einer Energiebesteuerung im internationalen Vergleich
TitelzusatzGutachten für Greenpeace Deutschland
AutorJänicke, Martin
AutorMez, Lutz
AutorWanke, Andreas
AutorBinder, Manfred
Institution/KörperschaftForschungsstelle für Umweltpolitik (FFU), Freie Universität Berlin
Seitenzahl28 S.
Schriftenreihe
FFU-report      
FFU-report ; [19]98-2
DDC320 Politik
ZusammenfassungDie Forderung nach einer Besteuerung von Energie bzw. nach einer ökologischen Steuerreform,
die den Energie- und Umweltverbrauch belastet und den Faktor Arbeit entlastet, wird zwar auch
von der OECD und anderen internationalen Einrichtungen mit Nachdruck erhoben. Sie stößt aber
insbesondere bei Interessenvertretern der deutschen Industrie auf Gegenargumente. Die
Forschungsstelle für Umweltpolitik (FFU) hat die wichtigsten von ihnen näher geprüft. Sie
kommt dabei zu folgendem Ergebnis:
- Das Argument, die Bundesrepublik sei durch Umweltschutzkosten in besonderem Maße belastet,
ist nicht stichhaltig: 1994 hatten (bezogen auf das BSP) Japan, die USA, die Schweiz,
Österreich, die Niederlande und sogar Südkorea und die Tschechische Republik höhere
öffentliche und private Umweltschutzaufwendungen. Bei den Umweltabgaben rangiert die
Bundesrepublik im EU-Vergleich am unteren Ende. Bei der Besteuerung einzelner Energieträger
liegt sie im unteren Mittelfeld.
- Da bereits acht europäische Länder eine kombinierte Energie-/CO2-Steuer eingeführt haben
und weitere Länder die Einführung prüfen, kann von einem Alleingang Deutschlands in dieser
Frage nicht mehr die Rede sein.
- Dänemark, Schweden und die Niederlande haben eine ökologische Steuerreform im nationalen
Alleingang durchgeführt, Finnland und Norwegen folgten auf diesem Wege. Weitere Länder
haben Schritte in diese Richtung eingeleitet. Diese Länder sind stark in den Weltmarkt
integriert. Dänemark und die Niederlande konnten die Arbeitslosigkeit dennoch seit 1993 um
ein Drittel senken. Dänemark wird 1998, zum ersten Mal seit den 80er Jahren, einen Haushaltsüberschuß
erreichen.
- Im internationalen Energiekostenvergleich schneidet die deutsche Industrie, allen Behauptungen
zum Trotz, keineswegs besonders ungünstig ab. Bei den Stromkosten sind die Unterschiede
innerhalb Deutschlands z.T. größer als im internationalen Vergleich. Auch die Wechselkursschwankungen
des Dollar innerhalb eines Jahres liegen höher als mögliche Belastungen
durch eine Energiebesteuerung der Industrie. Diese ist in den vorliegenden Regelungen
anderer Länder ohnehin nicht oder nur maßvoll vorgesehen.
- Kritische Modellrechnungen konservativer Wirtschaftsforschungsinstitute leiden an dem
Methodenproblem, daß sie Innovationseffekte von Energiesteuern nicht zu erfassen vermögen.
Auch die Lenkungswirkung solcher Abgaben wird aus methodischen Gründen oft unterschätzt.
Auf der Basis empirischer Untersuchungen der tatsächlich gemachten Erfahrungen
kommen die OECD, der IWF, die Europäische Umweltagentur und der Nordische Rat zu
einem positiven Urteil.
- Dem Argument, Energieeinsparung liege im Interesse der Industrie und werde von ihr ohnehin
betrieben, stehen beträchtliche, ungenutzte Sparpotentiale gegenüber. Untersuchungen zeigen
immer wieder, daß ihrer Nutzung betriebsinterne Hemmnisse entgegen stehen können. Energiesteuern
erleichtern die betriebliche Willensbildung zur energetischen Effizienzsteigerung.
- Den nach bisheriger Erfahrung ökonomisch eher positiven Wirkungen einer - kompensierten -
Energiebesteuerung steht die Erkenntnis gegenüber, daß die klimapolitischen Ziele der
Bundesrepublik (und der EU) ohne den Einsatz auch von steuerlichen Instrumenten nicht zu
erreichen sind. Und diese liegen bereits unter dem, was von der internationalen Klimaforschung
(und dem IPCC) an Reduktionszielen formuliert wurde.
Dokumente
pdf-Datei
Falls Ihr Browser eine Datei nicht öffnen kann, die Datei zuerst herunterladen und dann öffnen.
 
Fachbereich/EinrichtungForschungszentrum für Umweltpolitik
Erscheinungsjahr1998
Dokumententyp/-SammlungenKarten
SpracheDeutsch
Rechte Nutzungsbedingungen
Erstellt am12.11.2010 - 14:24:33
Letzte Änderung23.01.2014 - 16:24:42
 
Statische URLhttp://edocs.fu-berlin.de/docs/receive/FUDOCS_document_000000007578
Zugriffsstatistik
 

LOADING...