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Objekt-Metadaten

Zivilreligion. Bd III
Montenbruck, Axel

HaupttitelZivilreligion. Bd III
Titelzusatzeine Rechtsphilosophie; Überbau: demokratischer Humanismus, sozialreale Dehumanisierung, Auflösung zum synthetischen Pragmatismus der "Mittelwelt"
AutorMontenbruck, Axel
Seitenzahl321 S.
Auflage/Stand[2. Aufl.]
Schriftenreihe Zivilreligion
Arbeitsbereich/InstitutWE Strafrecht
Erscheinungsjahr2010
Dokumentepdf-Datei
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Freie SchlagwörterFrieden; Identität; Person; Grammatik; Letztbegründung; Motive; Milgram; Totenkult; Übereltern; gute Hirten; Ethik; Gewaltenteilung
DDC210 Religionsphilosophie, Religionstheorie
340 Recht
100 Philosophie
AbstractZivilreligion. Eine Rechtsphilosophie III bildet den letzten Teil der kleinen Trilogie. Diese Schrift bemüht sich darum, der vagen Idee der Zivilreligion einen inhaltlichen „Überbau“ zu verschaffen.

Zunächst ist der Humanismus als eine Art von Religion zu interpretieren, und zwar auch im Sinne einer rationalen Selbstkritik. Der Rückgriff auf die prämoderne mittelalterliche Leitvorstellung einer den Menschen beherrschenden Religion wird vielleicht helfen, die weltliche Herrschafts- und Leitidee der Zivilreligion in ein postmodernes Licht zu setzen. Zudem ist aus dem Blickwinkel der selbstkritischen Wissenschaftstheorie für die Idee der Religion etwa der Ansatz der Letztbegründung aufzugreifen.

Danach ist die dunkle Seite des Menschseins zu betrachten. Das Recht selbst ist nur dialektisch und nicht ohne das Unrecht zu denken. Die Idee der Menschenrechte wendet sich in diesem Sinne gegen die Grundfähigkeit des Menschen zur Dehumanisierung von Menschen. Modell für diese inhumane Seite steht seit jeher seine Fähigkeit zur grausamen Art der Kriegsführung. Für die Friedenszeiten ist nicht nur auf das Strafrecht, sondern auch auf die erschütternden Ergebnisse der Experimente von Milgram und Zimbardo zu verweisen. Einfache Bürger vermögen sich offenbar mehrheitlich aus dem Stand den Leitideen und dem Befehlen der guten Hirten zu unterwerfen und danach alsbald andere Menschen zu foltern und zu töten.

Auf diese alte Dialektik antwortet an das synthetische Modell der „Mittelwelt“. Aus dem Bereich der Ethik ist dazu vor allem die ausgleichende Gerechtigkeit einzubringen. Aus der Sicht der Theologie ist der Ansatz der Versöhnung weiterzuverfolgen. Aus der Perspektive der politischen Soziologie bietet es sich ferner an, das Denkmodell der Systemtheorie zu verwenden. Aus der Sicht der westlichen Demokratie verlangt dieser Ansatz vor allem eine vernünftige und offene Abwägung. Sie rechtfertigen dann die zu treffenden Entscheidungen. Diese Urteile und Befehle stellen aber samt ihrer Ausübung die eigentlichen Gewaltakte dar. Sie sind in erheblichem Maße von verschleierten Emotionen gesteuert. Die republikanische Seite der Idee der Mittelwelt stammt dabei von Aristoteles. Philosophisch und etwa mit Kant gesprochen, handelt es sich um eine Art von Synkretismus.

Nach allem ist der idealistische Humanismus also durch die Erkenntnisse der sozialrealen Anthropologie zu ergänzen. Das einfache Grundmodell lautet, dass der zivile Mensch in einer irdischen „Mittelwelt“ lebt und vor allem, dass er sich auch seiner starken psychogenetischen Neigungen zu einem blinden Kollektivismus alltäglich bewusst bleiben muss.

Der erste Band führt den Titel: Zivilreligion. Eine Rechtsphilosophie I. Grundlegung: Westlicher „demokratischer Präambel- Humanismus“ und universelle Trias „Natur, Seele und Vernunft“ (2010).

Die zweite Schrift ist überschrieben mit: Zivilreligion. Eine Rechtsphilosophie II. Grundelemente: Versöhnung und Mediation, Strafe und Geständnis, Gerechtigkeit und Humanität aus juristischen Perspektiven (2010).

Die drei kleinen Schriften zur Zivilreligion ergänzen das etwas umfangreichere Buch, das den Titel „Zivilisation – Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur“ trägt und das im Jahre 2009 in der ersten Auflage im Open Access der Freien Universität Berlin veröffentlicht wurde. Jenes hat sich mit der Struktur der Zivilisation, und zwar vor allem, aber nicht ausschließlich der westlichen Zivilisation beschäftigt. Die Schrift zur Zivilisation war also eher formal ausgelegt. Nunmehr sind die inhaltlichen höchsten Leitideen des Westens auszudeuten.
InhaltVorwort und Leitideen 5
1. Kapitel: Zivilisation als Kultur und Recht 8
I. Zivilisation und westliche Sprachen als luftiges Dach 8
1. Zivilisation als weiter Begriff 8
2. Westliche Sprachen: Person und Grammatik 12
II. Gerechtigkeit und personales Recht 17
1. Das „Seine“ als personales Recht 17
2. Friedens- als Zivil- und als Verfassungsverträge 19
III. Zivilisation im bürgerlichen Sinne und als Zivilreligion 21
1. „Versöhnung, Strafe und Gerechtigkeit“ als Mittel zum einem Zwecke 21
2. Nationale Staatsreligionen: Menschenrechte und Demokratie 22
3. Verwendung des Begriffs „Zivilreligion“ 27
4. Religiöse Elemente 29
5. Zivilreligion und kritischer Rationalismus 35
6. Toleranz zwischen Religionen und der westlichen Zivilreligion 37
7. Weltlicher Ausblick auf die höhere Gerechtigkeit 42
2. Kapitel: Sozialreale Zivilisation: Tradition, Politikmodell und kollektive Geist-Seele 44
I. Westliche Zivilisation und zivile Tradition 44
1. Griechisch-römisch-christliche Tradition 44
2. Naturrecht, Gesellschaftsvertrag und verfasste Freiheit 49
3. Altes Stadtbürgertum und neuer Staat 52
II. Politische Zivilisation und bürgerstaatliche Friedensidee 55
1. Zivilisation und Friedensidee 55
2. Menschenrechte, Frieden, Gerechtigkeit und Toleranz 59
3. Zivilisation und Identitäts- und Sozialkultur als Gemeinwohl 63
4. Überstaatliche Zivilisationsidee 65
III. Seelen-Elemente der weltlichen human-religiösen Zivilisation 70
1. Geist, Seele, Menschenwürde 70
2. Zivilisatorisches Menschenbild 71
3. Sprachlicher Geist- und Personenbegriff 78
4. Soziale Überidee des Bundes 80
5. Analogie zur christlichen Trinität 80
IV. Aufspaltung: Demokratischer Humanismus als allgemeine Zivil- und als nationale Staatsreligion 83
1. Verfassungsstaat und Präambelvolk 83
2. Postmoderne und Zivilreligion 86
3. Kapitel: Heilige Gewalt, irdische Seelenidee und biologische Aggressionslehre 90
I. Gewaltideen 90
1. Einleitung 90
2. Heilige Gewalt und opfernder Mensch 94
3. Psychoanalyse: Totem, Tabu und Scham 101
4. Recht und Zwang 108
5. Gewalt und Rechtspolitik 111
II. Psychobiologische Realität der Dehumanisierung: Aggression, Strafe und Neutralisierungstechniken 113
1. Motivationspsychologie und Strafe 113
2. Kriminologie und Aggression 125
3. Psychogramm des Strafens und Menschenbilder nach dem Milgram- und dem Zimbardo-Experimenten 128
4. Doppelthese: Kriegerische Entmenschlichung von Opfer und Täter und friedlicher Versuch der Re-Humanisierung 135
5. Psychologie der moralischen Entwicklung des jungen Menschen 140
III. Genetische Begründung: Mensch als biopsychisches Kind-Übereltern-Wesen 143
1. Grundthese: Mensch als dreifaltiges „Kind-Eltern-Geschwister-Wesen“ 143
2. Einige allgemeine Ableitungen aus diesem Grundmodell 147
4. Kapitel: Friedliche Zivilisation als utopische Zivil-Religion 155
I. Westliche Zivilisation als Friedensreligion der Personen 155
1. Alternative des Chaos 155
2. Bekenntnischarakter 156
3. Zivilreligion als Verinnerlichung der Rückbindung 157
4. Fiktion des Gläubigen als Freien 158
II. Idee der „Mittelwelt“ des Menschen 163
1. Zweipoliges Begründen 163
2. Zum westlichen Zwei-Welten-Ansatz 168
3. Irdisches Pendeln zwischen den Welten 171
4. Gerechtes Recht und die Tat eines Akteurs als die pragmatische Mitte zwischen Sollen und Sein 176
5. Synkretismus bei Kant und Dreifaltigkeit von „Gut, Böse und Recht“ 178
6. Abwägung und Vermittlung zwischen „Freiheit, Gleichheit und Solidarität“ 181
7. Zwischenergebnis: Mittelwelt und mehrere Dreifaltigkeiten 184
III. Der Mensch als sein eigener pragmatischer Vermittler 185
1. Fünf vermittelnde Hilfskonstruktionen 185
2. Mitte und verfremdende Orte der Kommunikation 204
3. Gesamt- und Verfassungsstaat 208
4. Politische Zivilisation der (Re-)Humanisierung nach dem Milgram-Modell 209
5. Säkularer Humanismus 211
6. Westliche Zivilisation des Rechtsstaates als Utopie 214
7. Politischer Mensch als säkularer Mittler-Richter 216
IV. Weltliche Vermittlung: Heilung, Rechtspflege und Strafe 220
1. Verarbeitung von existenziellen Verletzungen 220
2. Recht als ethische Kunst und der Jurist als Repräsentant der demokratischen Rechtsperson 230
3. Rückblick auf die drei Begründungen der Strafe 233
5. Kapitel: Thesen zur „Mittelwelt der Vermittlung“, zum empathischen Totenkult und zum biologischen Übereltern-Ich des Menschen 237
I. Einige Thesen zur „Mittelwelt“ 237
II. Tod und Totenkult 240
III. Zivilisationsidee als politisches Identitätsmodell 242
IV. Soziobiologisches Menschenmodell 246
V. Präambel-Religion 249
Index 251
Literaturverzeichnis 261
Rechte Nutzungsbedingungen
Zugriffstatistik
 
Statische URLhttp://edocs.fu-berlin.de/docs/receive/FUDOCS_document_000000006676
Erstellt am14.10.2010 - 11:57:54
Letzte Änderung12.04.2013 - 09:28:30
 

 
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Stand: 21.07.2008

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