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Objekt-Metadaten

Zivilreligion. Bd. II
Montenbruck, Axel

HaupttitelZivilreligion. Bd. II
TitelzusatzGrundelemente ; Versöhnung und Mediation, Strafe und Geständnis, Gerechtigkeit und Humanität aus juristischen Perspektiven
AutorMontenbruck, Axel
Seitenzahl320 S.
Auflage/Stand2. geringfügig geänderte Aufl.
Schriftenreihe
Arbeitsbereich/InstitutInstitut für Strafrecht
Erscheinungsjahr2010
Dokumentepdf-Datei
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Freie SchlagwörterRechtsanthropologie, Demokrat, Strafidee, Rechtsperson, Streitvermeidung, Bürgerstrafe, Menschenbild, Geständnis, Freiheitsverzicht, Schädigungsverbot
DDC210 Religionsphilosophie, Religionstheorie
320 Politik
AbstractAus dem Vorwort: Zivilreligion II bildet den zweiten Teil der kleinen Trilogie. Diese Schrift ist den „Grundelementen“ der Zivilreligion gewidmet.

„Versöhnung, Strafe und Gerechtigkeit“ bilden drei Grundpfeiler des Christentums. Diese drei Ideen aus sind der Sicht eines westlichen säkularen Rechtssystems zu beleuchten. Besonders zu beachten ist dabei die Rechtspraxis. Die Juristen bemühen sich alltäglich um der Schaffung von Rechtsfrieden, indem sie auf allen Ebenen Angebote zur Vermittlung und zur Aushandlung von Konsenslösungen zur Verfügung stellen. Diese Mediationen im weiten Sinne, zumeist in der Form von „privaten Vergleichsverträgen“ jeglicher Art, bestimmen das zivilisierte Recht. Das geschriebene Recht regelt nur das „Worst-Case Scenario“ und dient im Alltag als Drohkulisse. Private Sühneverträge kann schon das Mittelalter, bei denen dann die Alternative der privaten Vergeltung im Raume stand. Ferner ist nachzufragen, was den „Strafe“ in einem Verfassungsstaat meint und welche praktische Bedeutung dem Geständnis des Angeklagten zukommt. Außerdem ist zusammenzufassen, was unter „Gerechtigkeit“ generell zu verstehen ist, und was Gerechtigkeit in einem westlichen System der Menschenrechte zu bedeuten hat. Das Ideenpaar der Versöhnung und der Vermittlung dient dabei durchgehend als roter Faden.

Der erste Band führt den Titel: Zivilreligion I, Grundlegung: Westlicher „demokratischer Präambel-Humanismus“ und universelle Trias „Natur, Seele und Vernunft“(2010). Diese Schrift beschäftigt sich auch mit der Frage nach universellen Grundelementen aller Religionen.

Der dritte Teil ist überschrieben mit: Zivilreligion III. Überbau: Demokratischer Humanismus, sozialreale Dehumanisierung, Auflösung zum synthetischen Pragmatismus der „Mittelwelt“ (2010).

Die drei kleinen Schriften zur Zivilreligion ergänzen das etwas umfangreichere Buch, das den Titel „Zivilisation – Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur“ trägt und im Jahre 2009 im Open Access der Freien Universität Berlin veröffentlicht wurde. Jenes hat sich mit der Struktur der Zivilisation, und zwar vor allem, aber nicht ausschließlich der westlichen Zivilisation beschäftigt. Die Schrift zur Zivilisation war also eher formal ausgelegt. Nunmehr sind die inhaltlichen höchsten Leitideen des Westens aufzugreifen und auszudeuten.
Inhalt1. Kapitel: Ziele, Demokrat als Adressat und die Vielfalt der „juristischen Perspektive“ 8
I. Einleitung 8
II. Diskursebene des westlichen „Volkes“ 9
III. Vielfalt der juristischen Perspektive als Achteck 15

2. Kapitel: Versöhnung und Mediation 20
I. Versöhnung aus rechtspolitischer Sicht 20
1. Versöhnung: Allgemeiner Wortsinn und typisches Umfeld 20
2. Versöhnung: Blick in die Wissenschaft 24
3. Erste These: Demokratische Zivilgesellschaft als Versöhnungsgesellschaft 28
4. Elemente der Zivilgesellschaft 30
II. Versöhnung im Recht 38
1. Versöhnung als Verfahren, als Vertrag und als Friedensbund 38
2. „Zivile“ Rechtspraxis: Mediation und sonstige Streit beendende Vereinbarungen 39
3. Drei Phasen der Rechtsuche 43
4. Rechtsperson und Missachtung 45
5. Modell der juristische Mediation: rechtspsychologische Verhandlungsvermittlung 47
6. Konstruktion einer weltlichen Versöhnungsperson 51
III. Rechtanthropologische Konfliktlage 54
1. Identität und die streitökonomische Vernunft der blinden Gefühle 54
2. Vermittlung bei Tötungen 60
3. Alltagssicht auf Trauerarbeit 65
4. Streitvermeidung: Vorbeugung, Vorleistung aus Vernunft 66
IV. Zwischenergebnis: Heilende Seite der Versöhnung 68

3. Kapitel: Versöhnung: Ver- Sühnen, rechts- und sprachhistorisch 70
I. Buß- und Schuldseite der Versöhnung. 70
1. Sühne und Buße als „heilige Gewalt“ 70
2. Christliche Opfer, Schuld- und Sühnemodelle 71
3. Sühneverträge im Mittelalter 76
4. Person in Antike, Mittelalter und Renaissance 78
5. Über-Ordnung als Gottes-, Vernunft-, Rechts- und Freiheitsordnung 81
6. Schuld- und Schamgesellschaften, individuelles Gerechtigkeitsgefühl und kollektive Zuschreibung 85
II. Sonstige zivilisatorische Elemente der Versöhnung 93
1. Sprache: verräterische Vorsilbe „Ver-“ 93
2. Legitimation durch rituellen Zwang 94
3. Einige Grundformen der Zivilisation 96
III. Personenidee, Verfassungsgesellschaft und Sühnepflicht 108
1. Verfassungsnahe Personenidee 108
2. Offene, geschlossene und abgeleitete Staatsgesellschaft 110
IV. Rückblick: Säkulare Elemente der Versöhnung 116
1. Demokratisches Binnenmodell: Versöhnung als zivile Mediation 116
2. Versöhnung als Übergang zur Demokratie 117

4. Kapitel: Strafe: Allgemeiner Teil 120
I. Idee, Herkunft und soziale Idee der Strafe 120
1. Strafe: Pentagramm der Methoden und allgemeiner Wortsinn 120
2. Strafe: Privatstrafe und öffentliche Strafe 124
3. Einzelne Arten der Strafe und der Strafenden 126
4. Rechtsoziologisch: Meiden und Ausschluss 128
5. Neue Bürgerstrafe: Schuldstrafe und läuternde Strafgefangenschaft 131
II. Straftheoretische Definition der Strafe 133
1. Strafe als Übel 133
2. Strafprozess als Übel: Beschuldigtenstellung und anzurechnende Untersuchungshaft 136
III. Deutsche Verfassungsstrafe: „Menschenwürde“ und gesondertes „Menschenbild“ 138
1. Unantastbare Menschenwürde, antastbare Freiheit 138
2. Notwendigkeit einer Freiheitsoption 140
3. Sicherungsverwahrung: Sozialpflichtiges und personales „Menschenbild“ 141

5. Kapitel: Strafe: Kriminalpolitische Besonderheiten 145
Deutsche Strafwirklichkeit aus der Sicht der Kriminologie 145
1. Weitgehender Verzicht auf Freiheitsstrafe 145
2. Geldstrafe als Buße 146
3. Private Vertrags-, Vereins- und Betriebsstrafen 147
4. Selektives und egoistisches Anzeigeverhalten, Vorrang der Geldstrafe 147
5. Staatsstrafe und staatliches Gewaltmonopol 150

6. Kapitel: Strafe: Versöhnungs- und Verfassungselemente 152
I. Private Opferrechte 152
1. Aufgabenteilung durch drei Subsysteme 152
2. Opferschutz außerhalb des Strafrechts 152
3. Freiheitsstrafe als Rechts- und Freiheitsopfer 154
II. Deutsche Strafphilosophie und Verfassungsrecht 155
1. Rationales und humanes Strafen 155
2. Überblick zu „Sinn und Zweck des Strafens“ 157
3. Einzelne Elemente der deutschen Strafbegründung 159
4. Bundesverfassungsgericht: Rechtskultureller Überbau und verfassungsrechtliche Ausgestaltung 161
5. Versuch einer Kurzfassung 168
III. Versöhnungsidee im deutschen Strafprozess und Strafvollzug 172
1. Geständnis, Reue und Vereinbarung 172
2. Opferrechte und besonderer Täter-Opfer-Ausgleich 177
3. Zusammenfassung: Versöhnen im deutschen Strafrecht 180
IV. Westliches demokratisches Rechtssystem 183
1. Rechtsstaat, Gesetzesrecht, Gerichtsrecht, Vollstreckungsrecht und Demokratenrecht 183
2. Demokratische Strafe in fünf Subsystemen 184
3. Demokratie und Strafrecht 186
4. Kulturvergleich: Humane Nächstenstrafe, Sozialverteidigung und Unschädlichmachung 187

7. Kapitel: Gerechtigkeit und Humanität 191
I. Rechtsphilosophie und Recht 191
1. Grundverständnisse der Gerechtigkeit, stadtantike Rechtsphilosophie und Rückbezug zum Höchsten 191
2. Heiliger Geist, höchstes System und Gerechtigkeitsidee 196
3. Kernunrecht, Rechts- und Freiheitsstaat 201
4. Höchste Rechtsideen (Freiheitsverzicht, Minimalethik, Verfassungsvertrag, internationale Konventionen, Toleranz) 204
II. Einfache Definitionen von Gerechtigkeit 210
1. Gerade-Richten 210
2. Gleichheit als Kern der Gerechtigkeit 210
3. Zwei Kernformeln für die Gerechtigkeit 214
III. Komplexere Sichtweisen und dreistufige Gerechtigkeit 222
1. Ergänzende Zuteilungsgerechtigkeit, Pflichten- und Soziallehre 222
2. Ergänzung durch das Schädigungsverbot 226
3. Ergänzung durch Gnade und Billigkeit 228
4. Ergänzung durch die legale Gerechtigkeit 229
5. Ordnungsversuche der Gerechtigkeitselemente 231

8. Kapitel: Gerechtigkeit: Strafe, Versöhnung und Struktur 235
I. Drei Zwischenergebnisse: 235
1. Gerechte Strafe 235
2. Versöhnung und Gerechtigkeit im humanen Strafrecht 239
3. Schädigungsverbot als gerechtes Recht zu Not- und Gefahrenabwehr 240
4. Freiheit, Freiheitsverzicht und Verfassungsidee 242
II. Zum Sinn von Gerechtigkeit 244
1. Rechtsphilosophien 244
2. Gerechte Staatspolitik 248
3. Rückblick 251

Index 252

Literaturverzeichnis 259
Rechte Nutzungsbedingungen
Zugriffstatistik
 
Statische URLhttp://edocs.fu-berlin.de/docs/receive/FUDOCS_document_000000005782
Erstellt am28.09.2010 - 11:02:58
Letzte Änderung12.04.2013 - 09:27:47
 

 
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Stand: 21.07.2008

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