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Türkei unerwünscht?
Gerhards, Jürgen ;  Hans, Silke ;  Gerhards, Jürgen ;  Institut für Soziologie <Berlin, Freie Universität>

HaupttitelTürkei unerwünscht?
Titelzusatzeine Untersuchung der Einstellungen der Bürger in den 27 Mitgliedsländern der EU zum Beitritt der Türkei
AutorGerhards, Jürgen
AutorHans, Silke
HerausgeberGerhards, Jürgen
Seitenzahl29 S.
Schriftenreihe Berliner Studien zur Soziologie Europas ; 18
DDC327 Internationale Beziehungen
Auch erschienen in
ZusammenfassungSeit 2005 verhandelt die Europäische Union mit der Türkei um die Aufnahme des Landes in die EU. Die Türkei hat große Anstrengungen unternommen, um durch politische und wirtschaftliche Reformen die geforderten Beitrittskriterien zu erfüllen; sie hat sich zudem sozioökonomisch und kulturell den Ländern der EU angenähert. Eine Aufnahme der Türkei hängt aber auch von der Zustimmung der Bürger in den jetzigen Mitgliedsländern der EU ab. In welchem Maße die Bürger in den 27 Mitgliedsländern der EU eine Aufnahme der Türkei in die EU begrüßen und wie man die Einstellungen der Bürger erklären kann, steht im Mittelpunkt des Artikels.

In einem ersten Schritt beschreiben wir kurz den Stand der Verhandlungen zwischen der Türkei und der EU und die Entwicklungsschritte, die die Türkei in Richtung einer Annäherung an Europa zurückgelegt hat. Das zweite Kapitel ist einer Analyse der Einstellungen der Bürger zum Beitritt der Türkei in 27 Ländern der EU auf der Basis einer Auswertung einer Eurobarometerumfrage gewidmet. Die deskriptiven Befunde werden zeigen, dass die Mehrheit der Bürger eine Mitgliedschaft der Türkei ablehnt. Gerade in den Ländern, in denen die Ratifikation eines möglichen Beitrittsvertrages nicht auf parlamentarischem Wege, sondern über ein Referendum erfolgen soll, stehen die Bürgerinnen und Bürger einem Beitritt der Türkei besonders ablehnend gegenüber. Die Ablehnungsrate ist im Zeitverlauf sogar gestiegen. Die Ergebnisse zeigen weiterhin, dass es große Unterschiede sowohl zwischen den Ländern als auch innerhalb der Länder gibt.

Wir gehen deswegen im dritten Kapitel der Frage nach, wie man diese Unterschiede erklären kann. Dazu formulieren wir zuerst Hypothesen, die dann mit Hilfe multivariater Analysen überprüft werden. Vier Faktoren können die Einstellungen der Bürger zu einer Mitgliedschaft der Türkei in der EU relativ gut erklären: Je höher die Bürger den ökonomischen Nutzen eines potentiellen Türkei-Beitritts für ihr Land einschätzen, je geringer die faktischen oder befürchteten kulturellen Unterschiede sind, je positiver die Befragten der Europäischen Union insgesamt gegenüberstehen und je linker ihre politische Orientierung ist, desto eher befürworten sie auch die Erweiterung der EU um die Türkei.
Dokumente
 
Fachbereich/EinrichtungFB Politik- und Sozialwissenschaften
Arbeitsbereich/InstitutInstitut für Soziologie
Erscheinungsjahr2009
Dokumententyp/-SammlungenBuch
SpracheDeutsch
Rechte Nutzungsbedingungen
Erstellt am21.06.2010 - 15:22:58
Letzte Änderung23.01.2014 - 16:22:42
 
Statische URLhttp://edocs.fu-berlin.de/docs/receive/FUDOCS_document_000000005758
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