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Objekt-Metadaten

Zivilreligion. Bd. I
Montenbruck, Axel

HaupttitelZivilreligion. Bd. I
Titelzusatzeine Rechtsphilosophie ; Grundlegung: westlicher "demokratischer Präambel-Humanismus" und universelle Trias "Natur, Seele und Vernunft"
AutorMontenbruck, Axel
Institution/KörperschaftFreie Universität Berlin
Seitenzahl139 S.
Auflage/Stand2. erw. Aufl.
Schriftenreihe
Arbeitsbereich/InstitutInstitut für Strafrecht
Erscheinungsjahr2010
Dokumentepdf-Datei
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Freie SchlagwörterPräambel, Präambeln, Geistseele, Naturrecht, Versöhnung, Heilsidee, Vernunftseele, Weltreligion, Rechtsethik, Letztbegründungen
DDC340 Recht
AbstractAus dem Vorwort: Zivilreligion I bildet den ersten Teil einer kleinen Trilogie. Das Vorverständnis und die Grundlagen der Idee der Zivilreligion zu umreißen, ist das Ziel.

Die Leitideen der Staats- und der Rechtsphilosophien beschreiben die Eigenheiten der „Zivilreligion“, und die Präambeln der nationalen Verfassungen und transnationalen Konventionen beurkunden sie. Zu Zeiten von Rousseau war die „bürgerliche Religion“ noch als politischer Kampfbegriff gemeint und gegen die Herrschaft der Kirche gerichtet. Heute regiert mit dem Volk die Zivilgesellschaft den säkularen Staat, so dass die Zivilreligion vor allem dabei hilft, national das „Volk“ und transnational die „Menschheit“ mit höchsten ethischen Leitideen versorgen. Mit dem Wort von der „Religion“ steht das Gemeinsame und zudem das anbetungswürdige, wenngleich unerreichbar höchste Gute im Mittelpunkt. „Philosophie, Politik und das Recht“ beherrschen das Denken der westlichen Welt, und zwar seit und mit den Seelenlehren und Staatsmodellen von Platon und Aristoteles. Im Kern geht es schon bei ihnen um den Geist oder auch die Identität des Menschen. Diese Einheit ergibt sich aus einer Trinität von Naturseele, Mutseele, der Vernunftseele, bei dem die Vernunftseele im Vordergrund steht. Thomas von Aquin hat etwa im Hochmittelalter die antiken Seelenlehren auf das Christentum übertragen. Der Naturrechtler Pufendorf begründet später mit der Seele des Menschen dessen Würde.

Die Entwicklung der Stadt und die Schriftkultur eröffnen und beschreiben einen großen Binnenkosmos. Ihn hat sich der prometheische Mensch gleichsam selbst geschaffen und inzwischen mithilfe der rationalen Naturwissenschaften und der Technik immer weiter ausgebaut. Dass sich der schöpferische Mensch in dieser Welt als sein eigener Herr begreift und begreifen kann, liegt zumindest nahe. Die geistige „Vernunft-Seele“, die der säkulare Mensch als seine eigene deutet, eröffnet ihm zum einen als „ratio“ die gesamten Wissenschaften. Zum anderen verlangt die Vernunft dem Menschen auch zumindest drei Selbstopfer ab, diejenige der Selbstkritik, der Selbstbeherrschung und der Selbstgesetzgebung. Gemeinsam mit anderen Menschen ausgeübt, führen die Selbstkritik, die Selbstbeherrschung und die Autonomie, zumindest in der Binnenwelt des Menschen, zu den Leitideen der Zivilreligion. Sie bestehen für das Volk in der Demokratie und Rechtstaatlichkeit. Für den einzelnen Menschen begründet dieses Selbstbild seine Würde und es rechtfertigt seine Freiheits- und Menschenrechte.

Die zweite Schrift führt dann den Titel: Zivilreligion II - Grundelemente; Versöhnung und Mediation, Strafe und Geständnis, Gerechtigkeit und Humanität aus juristischen Perspektiven (2010).

Der dritte Teil ist überschrieben mit: Zivilreligion III. Überbau: Demokratischer Humanismus, sozialreale Dehumanisierung, Auflösung zum synthetischen Pragmatismus der „Mittelwelt“ (2010).

Die drei kleinen Schriften zur Zivilreligion ergänzen das etwas umfangreichere Buch, das den Titel „Zivilisation - Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur“ trägt und im Jahre 2009 im Open Access der Freien Universität Berlin veröffentlicht wurde. Jenes hat sich mit der Struktur der Zivilisation, und zwar vor allem, aber nicht ausschließlich der westlichen Zivilisation beschäftigt. Die Schrift zur Zivilisation war also eher formal ausgelegt. Nunmehr sind die inhaltlichen höchsten Leitideen des Westens aufzugreifen und auszudeuten.
InhaltA. Zivilreligion: Bekenntnisse zu demokratischen Werten
und zum „Vernunft- und Rechtssubjekt“.................................7
I. Bekenntnisse in Präambeln der Verfassungen und
Konventionen ............................................................................7
II. Zur Zivilität der Zivilreligion.............................................10

B. Religiöse Elemente einer Zivilreligion................................20
I. Religion, Geistseele und Naturrecht ....................................20
II. Barmherzigkeit, Mitgefühl und Versöhnung .....................25
III. Universalität der Idee der „eigenwilligen Geist-Seele“....28

C. Zivilreligion und Zivilisation...............................................30
I. Einige Aspekte der Zivilisation ...........................................30
II. Politischer Verbund von einer Haupt- und mehreren
Subkulturen .............................................................................31

D. Heilsidee, etwa des demokratischen Humanismus ...........34
I. Friedens- und Heilsidee, Missachtung und Tod..................34
II. Leitidee der westlichen Zivilreligion: demokratischer
Präambel-Humanismus ...........................................................37
III. Versöhnung und Streit im Recht.......................................40

E. Seelenlehren: antike vorchristliche Zivilreligion und ihre
Rezeption....................................................................................42
I. Platonismus – Beseeltheit aller Bewegungen, Vernunftseele
als Person ................................................................................42
II. Aristoteles und Thomas von Aquin – Seele als Form,
Unteilbarkeit der Seele............................................................46
III. Vernunft des Freien: Kants moralischer Imperativ, seine
Weltreligion, Fichtes Freiheitslehre........................................50

F. „Eigene“ Grundlagen:..........................................................56
I. Ontische Philosophie und naturwissenschaftliche Emergenz
.................................................................................................56
II. Reduktion auf drei Grundelemente: Natur, Seele, Vernunft
.................................................................................................60
III. „Weiser Mensch“ und „goldene Regel“ ...........................61
IV. Blinde Wechselseitigkeit und Küngs semireligiöses
Weltethos.................................................................................66
V. Struktur der Grundrechtecharta als Modell für die
Rechtsethik..............................................................................70

G. Zur Abrundung: Begriffliches zur Zivilreligion...............79
I. Synthetisches: Verschmelzung von Geist, Recht und Ethik79
II. Logisches: Religionen, Letztbegründungen und
systemisches Denken ..............................................................80
III. Fachliches: Zivilreligion als Begriff der staatspolitischen
Philosophie (Rousseau, Lübbe, Böckenförde)........................83
IV. Etymologisches: Religion als Rück-Binden.....................89
V. Seinskritisches: Sein, seine Negation und systemisches
Werden und Vergehen ............................................................91
VI. Pragmatisches: Verfassungspatriotismus, Minimalethik,
zivilreligiöse Aufhebung des Böckenförde-Dilemmas...........92

H. Rückblick und Vorschau...................................................100
I. Vorverständnis und Grundlagen........................................100
II. Homo religiosus: Mutmaßlich universelle Grundelemente
...............................................................................................100
III. Weltanschaulicher Überbau der sozialrealen „Mittelwelt“
...............................................................................................108
IV. Rückblick: Thesen und Hypothesen ...............................109

Index .........................................................................................112
Literaturverzeichnis................................................................119
Rechte Nutzungsbedingungen
Zugriffstatistik
 
Statische URLhttp://edocs.fu-berlin.de/docs/receive/FUDOCS_document_000000005502
Erstellt am01.06.2010 - 14:21:19
Letzte Änderung12.04.2013 - 09:25:49
 

 
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Stand: 21.07.2008

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