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Objekt-Metadaten

Zivilreligion. Bd III
Montenbruck, Axel

HaupttitelZivilreligion. Bd III
TitelzusatzÜberbau ; demokratischer Humanismus, sozialreale Dehumanisierung, Auflösung zum synthetischen Pragmatismus der „Mittelwelt“
AutorMontenbruck, Axel
Seitenzahl322 S.
Schriftenreihe
Arbeitsbereich/InstitutWE Strafrecht
Erscheinungsjahr2010
Dokumentepdf-Datei
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Freie SchlagwörterFrieden, Identität, Person, Grammatik, Letztbegründung, Motive, Milgram, Totenkult, Übereltern, gute Hirten, Ethik, Gewaltenteilung
DDC210 Religionsphilosophie, Religionstheorie
340 Recht
AbstractAus dem Vorwort: Zivilreligion III bildet den letzten Teil der kleinen Trilogie. Diese Schrift bemüht sich darum, der vagen Idee der Zivilreligion einen inhaltlichen „Überbau“ zu verschaffen.
Zunächst ist der Humanismus als eine Art von Religion zu interpretieren, und zwar auch im Sinne einer rationalen Selbstkritik. Der Rückgriff auf die prämoderne mittelalterliche Leitvorstellung einer den Menschen beherrschenden Religion wird vielleicht helfen, die weltliche Herrschafts- und Leitidee der Zivilreligion in ein postmodernes Licht zu setzen. Zudem ist aus dem Blickwinkel der selbstkritischen Wissenschaftstheorie für die Idee der Religion etwa der Ansatz der Letztbegründung aufzugreifen.
Danach ist die dunkle Seite des Menschseins zu betrachten. Das Recht selbst ist nur dialektisch und nicht ohne das Unrecht zu denken. Die Idee der Menschenrechte wendet sich in diesem Sinne gegen die Grundfähigkeit des Menschen zur Dehumanisierung von Menschen. Modell für diese inhumane Seite steht seit jeher seine Fähigkeit zur grausamen Art der Kriegsführung. Für die Friedenszeiten ist nicht nur auf das Strafrecht, sondern auch auf die erschütternden Ergebnisse der Experimente von Milgram und Zimbardo zu verweisen. Einfache Bürger vermögen sich offenbar mehrheitlich aus dem Stand den Leitideen und dem Befehlen der guten Hirten zu unterwerfen und danach alsbald andere Menschen zu foltern und zu töten.
Auf diese alte Dialektik antwortet an das synthetische Modell der „Mittelwelt“. Aus dem Bereich der Ethik ist dazu vor allem die ausgleichende Gerechtigkeit einzubringen. Aus der Sicht der Theologie ist der Ansatz der Versöhnung weiterzuverfolgen. Aus der Perspektive der politischen Soziologie bietet es sich ferner an, das Denkmodell der Systemtheorie zu verwenden. Aus der Sicht der westlichen Demokratie verlangt dieser Ansatz vor allem eine vernünftige und offene Abwägung. Sie rechtfertigen dann die zu treffenden Entscheidungen. Diese Urteile und Befehle stellen aber samt ihrer Ausübung die eigentlichen Gewaltakte dar. Sie sind in erheblichem Maße von verschleierten Emotionen gesteuert. Die republikanische Seite der Idee der Mittelwelt stammt dabei von Aristoteles. Philosophisch und etwa mit Kant gesprochen, handelt es sich um eine Art von Synkretismus.
Nach allem ist der idealistische Humanismus also durch die Erkenntnisse der sozialrealen Anthropologie zu ergänzen. Das einfache Grundmodell lautet, dass der zivile Mensch in einer irdischen „Mittelwelt“ lebt und vor allem, dass er sich auch seiner starken psycho-genetischen Neigungen zu einem blinden Kollektivismus alltäglich bewusst bleiben muss.
Der erste Band führt den Titel: Zivilreligion I, Grundlegung: Westlicher „demokratischer Präambel-Humanismus“ und universelle Trias „Natur, Seele und Vernunft“ (2010).
Die zweite Schrift ist überschrieben mit: Zivilreligion II – Grundelemente: „Versöhnung, Strafe und Gerechtigkeit“ aus „juristischer Perspektive“ (2010).
Die drei kleinen Schriften zur Zivilreligion ergänzen das etwas umfangreichere Buch, das den Titel „Zivilisation – Staat und Mensch, Gewalt und Recht, Kultur und Natur“ trägt und das im Jahre 2009 im Open Access der Freien Universität Berlin veröffentlicht wurde. Jenes hat sich mit der Struktur der Zivilisation, und zwar vor allem, aber nicht ausschließlich der westlichen Zivilisation beschäftigt. Die Schrift zur Zivilisation war also eher formal ausgelegt. Nunmehr sind die inhaltlichen höchsten Leitideen des Westens auszudeuten.
InhaltVorwort und Leitideen .................................................................5
1. Kapitel: Zivilisation als Kultur und Recht .............................8
I. Zivilisation und westliche Sprachen als luftiges Dach ............8
1. Zivilisation als weiter Begriff .............................................8
2. Westliche Sprachen: Person und Grammatik .....................12
II. Gerechtigkeit und personales Recht .......................................17
1. Das „Seine“ als personales Recht .......................................17
2. Friedens- als Zivil- und als Verfassungsverträge ...............19
III. Zivilisation im bürgerlichen Sinne und als Zivilreligion ......21
1. „Versöhnung, Strafe und Gerechtigkeit“ als Mittel zu
einem Zwecke .........................................................................21
2. Nationale Staatsreligionen: Menschenrechte und
Demokratie..............................................................................22
3. Verwendung des Begriffs „Zivilreligion“...........................27
4. Religiöse Elemente .............................................................29
5. Zivilreligion und kritischer Rationalismus .........................35
6. Toleranz zwischen Religionen und der westlichen
Zivilreligion ............................................................................37
7. Weltlicher Ausblick auf die höhere Gerechtigkeit .............42
2. Kapitel: Sozialreale Zivilisation: Tradition, Politikmodell
und kollektive Geist-Seele ............................................................44
I. Westliche Zivilisation und zivile Tradition..............................44
1. Griechisch-römisch-christliche Tradition...........................44
2. Naturrecht, Gesellschaftsvertrag und verfasste Freiheit.....49
3. Altes Stadtbürgertum und neuer Staat ................................52
II. Politische Zivilisation und bürgerstaatliche Friedensidee ......55
1. Zivilisation und Friedensidee..............................................55
2. Menschenrechte, Frieden, Gerechtigkeit und Toleranz......59
3. Zivilisation und Identitäts- und Sozialkultur als
Gemeinwohl ............................................................................63
4. Überstaatliche Zivilisationsidee..........................................65
III. Seelen-Elemente der weltlichen human-religiösen
Zivilisation...................................................................................70
1. Geist, Seele, Menschenwürde.............................................70
2. Zivilisatorisches Menschenbild ..........................................71
3. Sprachlicher Geist- und Personenbegriff............................78
4. Soziale Überidee des Bundes..............................................80
5. Analogie zur christlichen Trinität .......................................80
IV. Aufspaltung: Demokratischer Humanismus als allgemeine
Zivil- und als nationale Staatsreligion.........................................83
1. Verfassungsstaat und Präambelvolk ...................................83
2. Postmoderne und Zivilreligion ...........................................86
3. Kapitel: Heilige Gewalt, irdische Seelenidee und
biologische Aggressionslehre........................................................90
I. Gewaltideen..............................................................................90
1. Einleitung............................................................................90
2. Heilige Gewalt und opfernder Mensch...............................94
3. Psychoanalyse: Totem, Tabu und Scham...........................101
4. Recht und Zwang ................................................................108
5. Gewalt und Rechtspolitik....................................................111
II. Psychobiologische Realität der Dehumanisierung:
Aggression, Strafe und Neutralisierungstechniken .....................113
1. Motivationspsychologie und Strafe ....................................113
2. Kriminologie und Aggression.............................................125
3. Psychogramm des Strafens und Menschenbilder nach
dem Milgram- und dem Zimbardo-Experimenten..................128
4. Doppelthese: Kriegerische Entmenschlichung von Opfer
und Täter und friedlicher Versuch der Re-Humanisierung ....135
5. Psychologie der moralischen Entwicklung des jungen
Menschen ................................................................................140
III. Genetische Begründung: Mensch als biopsychisches KindÜbereltern-
Wesen........................................................................143
1. Grundthese: Mensch als dreifaltiges „Kind-Eltern-
Geschwister-Wesen“...............................................................143
2. Einige allgemeine Ableitungen aus diesem Grundmodell .147
4. Kapitel: Friedliche Zivilisation als utopische Zivil-Religion.155
I. Westliche Zivilisation als Friedensreligion der Personen........155
1. Alternative des Chaos .........................................................155
2. Bekenntnischarakter............................................................156
3. Zivilreligion als Verinnerlichung der Rückbindung...........157
4. Fiktion des Gläubigen als Freien ........................................158
II. Idee der „Mittelwelt“ des Menschen ......................................163
1. Zweipoliges Begründen ......................................................163
2. Zum westlichen Zwei-Welten-Ansatz ................................168
3. Irdisches Pendeln zwischen den Welten.............................171
4. Gerechtes Recht und die Tat eines Akteurs als die
pragmatische Mitte zwischen Sollen und Sein .......................176
5. Synkretismus bei Kant und Dreifaltigkeit von „Gut, Böse
und Recht“...............................................................................178
6. Abwägung und Vermittlung zwischen „Freiheit,
Gleichheit und Solidarität“ .....................................................181
7. Zwischenergebnis: Mittelwelt und mehrere
Dreifaltigkeiten .......................................................................184
III. Der Mensch als sein eigener pragmatischer Vermittler ........185
1. Fünf vermittelnde Hilfskonstruktionen...............................185
2. Mitte und verfremdende Orte der Kommunikation............204
3. Gesamt- und Verfassungsstaat............................................208
4. Politische Zivilisation der (Re-)Humanisierung nach dem
Milgram-Modell......................................................................209
5. Säkularer Humanismus .......................................................211
6. Westliche Zivilisation des Rechtsstaates als Utopie...........214
7. Politischer Mensch als säkularer Mittler-Richter ...............216
IV. Weltliche Vermittlung: Heilung, Rechtspflege und Strafe ...220
1. Verarbeitung von existenziellen Verletzungen...................220
2. Recht als ethische Kunst und der Jurist als Repräsentant
der demokratischen Rechtsperson ..........................................230
3. Rückblick auf die drei Begründungen der Strafe ...............233
5. Kapitel: Thesen zur „Mittelwelt der Vermittlung“, zum
empathischen Totenkult und zum biologischen Übereltern-
Ich des Menschen ..........................................................................237
I. Einige Thesen zur „Mittelwelt“................................................237
II. Tod und Totenkult...................................................................240
III. Zivilisationsidee als politisches Identitätsmodell..................242
IV. Soziobiologisches Menschenmodell .....................................246
V. Präambel-Religion ..................................................................249
Index ...............................................................................................251
Literaturverzeichnis......................................................................261
Rechte Nutzungsbedingungen
Zugriffstatistik
 
Statische URLhttp://edocs.fu-berlin.de/docs/receive/FUDOCS_document_000000005033
Erstellt am25.03.2010 - 10:40:57
Letzte Änderung12.04.2013 - 09:28:16
 

 
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Stand: 21.07.2008

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