Dokumentenserver der Freien Universität Berlin

Urheberrecht für Autoren/Autorinnen

Bei Publikation oder Ablegen eines Dokumentes auf dem Dokumentenserver der FU Berlin bleiben die Urheberrechte der Autorinnen und Autoren gewahrt. Einer weiteren Veröffentlichung der Dokumente in Fachzeitschriften oder Monographien sowie auf anderen Servern steht nichts entgegen. Gemäß den Empfehlungen des Wissenschaftsrates werden alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Freien Universität aufgefordert, sich beim Abschluss von Verlagsverträgen ein entsprechendes weiteres Nutzungsrecht zu sichern und die von ihnen verfassten Dokumente zusätzlich - eventuell nach einer Sperrfrist - auf dem Dokumentenserver zu veröffentlichen .

Publikationen auf dem Dokumentenserver werden von der Universitätsbibliothek dauerhaft archiviert, erschlossen und in der Universitätsbibliographie, in der Digitalen Bibliothek, Katalogen oder entsprechenden Suchmaschinen bibliographisch nachgewiesen.


Urheberrechtsgesetz: Wann haben Autoren/Autorinnen das Recht auf Zweitveröffentlichungen

Bitte beachten Sie, dass die hier dargestellten Inhalte nur der Information dienen und keine rechtsverbindlichen Auskünfte sind. Ausführliche Informationen zum Thema Urheberrecht und Open Access sind auf der Informationsplattform Open Access, an der die Freie Universität als Kooperationspartner beteiligt ist, nachzulesen.

Was ist bei (Zweit-)Veröffentlichungen (Preprints/Postprints) zu beachten?

Zunächst gilt das Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte
Sofern nichts anderes vereinbart ist, wird mit §38 UrhG folgendes geregelt:

(1) Gestattet der Urheber die Aufnahme des Werkes in eine periodisch erscheinende Sammlung, so erwirbt der Verleger oder Herausgeber im Zweifel ein ausschließliches Nutzungsrecht zur Vervielfältigung und Verbreitung. Jedoch darf der Urheber das Werk nach Ablauf eines Jahres seit Erscheinen anderweitig vervielfältigen und verbreiten, wenn nichts anderes vereinbart ist.
(2) Absatz 1 Satz 2 gilt auch für einen Beitrag zu einer nicht periodisch erscheinenden Sammlung, für dessen Überlassung dem Urheber kein Anspruch auf Vergütung zusteht.
(3) Wird der Beitrag einer Zeitung überlassen, so erwirbt der Verleger oder Herausgeber ein einfaches Nutzungsrecht, wenn nichts anderes vereinbart ist. Räumt der Urheber ein ausschließliches Nutzungsrecht ein, so ist er sogleich nach Erscheinen des Beitrags berechtigt, ihn anderweitig zu vervielfältigen und zu verbreiten, wenn nichts anderes vereinbart ist.

Bei Werken, die vor 1995 veröffentlicht wurden, lagen die Rechte an der elektronischen Verbreitung bis zur Novellierung des Urheberrechts automatisch bei den Autoren und Autorinnen, da es sich um eine bis dato unbekannte Nutzungsart handelte. Zum 1. Januar 2008 ist das Urheberrecht geändert worden. Dadurch entfällt der bisherige § 31 Abs.4 UrhG über „unbekannte Nutzungsarten“, in dem „die Einräumung von Nutzungsrechten für noch nicht bekannte Nutzungsarten […]“ als unwirksam erklärt wird. Mit dem neu in das Gesetz eingefügten §137 l UrhG wird den Verlagen nun die Möglichkeit gegeben, diese Rechte rückwirkend für sich zu beanspruchen. Nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes zum 1.1.2008 gilt damit Folgendes:

Wenn ein Verfasser einem Verlag zwischen dem 1. Januar 1966 und Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Januar 2008 ein umfassendes, zeitlich und räumlich unbeschränktes Nutzungsrecht an seinem Werk übertragen hat, darf der Verlag es ohne weitere Zustimmung des Autors im Internet zugänglich machen. Allerdings gibt es zwei Ausnahmen:

Ausnahme 1: Der Verfasser hat das einfache Nutzungsrecht an seinen zwischen dem 1.1.1966 und 31.12.1994 veröffentlichten Publikationen seiner Universität oder einer anderen Einrichtung vor dem 1.1.2008 übertragen. Dann fällt dem Verlag die Online-Nutzung dieser Publikationen nicht automatisch zu.

Ausnahme 2: Der Verfasser widerspricht innerhalb eines Jahres ab Inkrafttreten des Gesetzes der Internet-Verwertung durch den Verlag. Solange der Verlag das Werk noch nicht im Internet zugänglich gemacht hat, kann der Widerspruch auch zu einem späteren Zeitpunkt noch wirksam eingelegt werden.

Eine aktuelle Übersicht zu urheberrechtlichen Regelungen und Copyright-Bestimmungen großer Verlage befindet sich beim SHERPA/Romeo Projekt.


Autorenverträge anders gestalten?

Zahlreiche Autoren haben den Wunsch, ihre Veröffentlichungen als Zweitveröffentlichung kostenfrei (d. h. ohne kommerzielles Interesse) über die eigene Homepage, die Institutsseiten oder einen Dokumenten-Server der Hochschule anzubieten. Hierzu benötigen die Autoren das Einverständnis der Verlage.

Im STM-Bereich (Science, Technology, Medicine) verlangen die Verleger per Autorenvertrag meist ausschließliche Nutzungsrechte (UrhG, § 31) an den Aufsätzen, so dass eine Zweitveröffentlichung rechtlich ausgeschlossen ist. Trotzdem erlauben inzwischen viele STM-Verlage eine Zweitveröffentlichung (Postprint), oft unter der Voraussetzung, dass auf die Verlagsveröffentlichung verwiesen wird. Auch Preprints werden teilweise unter bestimmten Bedingungen zugelassen.

Für zukünftige Autorenverträge, empfehlen Bibliotheken, den Verträgen folgende Klausel hinzuzufügen:

"Die Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin hat das Recht, den Artikel mit dem Zeitpunkt seines Erscheinens (alternativ 3 oder 6 Monate nach Erscheinen des Artikels) der Öffentlichkeit über den Dokumentenserver oder sonstiger Form frei zugänglich zu machen."
In Englisch: The University Library of the Freie Universität Berlin shall be entitled to make the article freely accessible to the general public on the Internet or in some other form at the time of publication (alternatively 3 or 6 months after publication of the article).

Weiterführende Texte zum Thema Recht:

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