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Top Incomes: the Case of Germany
Jenderny, Katharina

Main titleTop Incomes: the Case of Germany
Title variationsTop Incomes in Deutschland
Author(s)Jenderny, Katharina
Place of birth: Husum
1. RefereeProf. Dr. Ronnie Schöb
Further Referee(s)Prof. Dr. Dr. Giacomo Corneo
Keywordstop incomes; inequality
Classification (DDC)336 Public finance
SummaryEinkommenskonzentration ist von gesellschaftlicher Bedeutung: je mehr Ressoucen eine kleine Gruppe an der Spitze der Einkommensverteilung kontrolliert, desto eher wird sie politische Entscheidungen stärker beeinflussen können, als ihr durch demokratische Rechte zustünde. Darüber hinaus generieren hohe Vermögen hohe Erbschaften, was den Stellenwert eigener Leistung für die soziale Stellung reduziert. Die langfristigen Determinanten der Einkommenskonzentration sind daher von zentraler Bedeutung. Die langfristige Entwicklung der Einkommenskonzentration ist in verschiedenen Ländern und zu verchiedenen Zeiten unterschiedlich. Da ökonomisch vergleichbare Länder zum Teil sehr unterschiedliche Verläufe der Einkommenskonzentration aufweisen, spielen institutionelle Rahmenbedingungen, z.B. der maximale Grenzsteuersatz, mit großer Wahrscheinlichkeit eine Rolle.

In Deutschland war die Einkommenskonzentration in der Nachkriegszeit vergleichsweise stabil. In den letzten Jahren ist sie jedoch angestiegen. Der erste Beitrag der vorliegenden Dissertation analysiert, inwieweit sowohl die Höhe der jährlichen Einkommenskonzentration als auch deren Veränderung durch Einkommensmobilität verringert werden. Da Einkommenskonzentration auf jährlichen Daten gemessen wird, kann eine Erhöhung der Einkommensmobilität theoretisch eine Erhöhung der jährlich beobachteten Konzentration erklären, ohne dass sich die Konzentration in langfristigen Einkommen ändert. Der Beitrag untersucht, inwieweit Mitglieder der Top-Fraktile ihre jährlichen Einkommensränge ändern, und wie stark die Konzentration in langfristigen Einkommen von der Konzentration in jährlichen Einkommen abweicht. Einkommensmobilität an der Spitze der deutschen Einkommensverteilung ist gering, und kann den Anstieg der Konzentration der in der bisherigen Literatur dokumentiert wurde nicht erklären. Darüber hinaus eignet sich die jährliche Konzentration als Proxy für langfristige Konzentration.

Steuersätze an der Spitze sind eine plausible Determinante der Einkommenskonzentration: wenn hohe Einkommen weniger besteuert werden, wächst das Nettoeinkommen und Kapitalvermögen wächst somit schneller, was wiederum höhere Kapitaleinkommen generiert. In Deutschland wurde der Steuersatz auf Kapitaleinkünfte in 2009 stark reduziert, und damit höchstwahrscheinlich der Grad der Steuerprogression der persönlichen Einkommensbesteuerung. Der zweite Beitrag analysiert, inwieweit die Reform die Nettoeinkommen in verschiedenen Fraktilen und innerhalb dieser Fraktile verändert hat. Die detaillierte Simulation aller Reformkomponenten zeigt, dass die Reform sowohl regressiv also auch horizontal ungleich gewirkt hat. Dies hat mit hoher Wahrscheinlichkeit die Nettoeinkommen einiger weniger Steuerfälle am oberen Rand erhöht, während die meisten Steuerfälle unterhalb des Top-Perzentils kaum von der Reform betroffen waren.

Für die Analyse der Top Income Shares sind Einkommensteuerdaten unerlässlich, da sie sie einzige verlässliche Datenquelle über Einkommen am oberen Rand sind. Seit 2001 haben verschiedene Reformen der Kapitaleinkommensbesteuerung die Eignung der Steuerdaten immer weiter reduziert. 2009 wurde die Qualität nochmals deutlich durch die Exklusion der Kapitaleinkommen aus der persönlichen Einkommensteuer reduziert. Seitdem fehlt ein Teil der höchsten Einkommen sowohl in der Einkommensteuerstatistik als auch in Mikrodaten. Im dritten Beitrag werden in Bezug auf die Kapitaleinkommensbesteuerung harmonisierte Zeitreihen der Top Income Shares für Deutschland konstruiert, um den Einfluss zu messen, den die Reformen bis 2008 und die Exklusion der Kapitaleinkommen aus dem persönlichen Steuertarif in 2009 auf die unkorrigierte Zeitreihe der Top Income Shares hatten. Bis 2008 kann die Harmonisierung auf Grundlage von Mikrodaten erfolgen, während für die Jahre 2009 und 2010 die Kapitaleinkommen an der Spitze extrapoliert werden müssen. Die harmonisierten Zeitreihen zeigen, dass die Einkommenskonzentration stärker gestiegen ist als die unkorrigierte Zeitreihe vermuten lässt. Darüber hinaus scheint die Rezession im Jahr 2009 die Top-Einkommen bis zum höchsten Perzentil nicht stark beeinflusst zu haben, während sie Anteile der höchsten Fraktile, also der Top 0,1% und der Top 0,01%, im Rezessionsjahr gesunken sind.
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PDF-Datei von FUDISS_thesis_000000099118
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Number of pagesXI, 152 S.
FU DepartmentDepartment Business and Economics
Year of publication2015
Document typeDoctoral thesis
Media type/FormatText
LanguageEnglish
Terms of use/Rights Nutzungsbedingungen
Date of defense2015-02-09
Created at2015-04-27 : 08:14:04
Last changed2015-04-27 : 08:18:22
 
Static URLhttp://edocs.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000099118
NBNurn:nbn:de:kobv:188-fudissthesis000000099118-6
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